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Restnutzungsdauer-Gutachten in Lünen

Restnutzungsdauer-Gutachten in Lünen: Was der Gebäudebestand für Eigentümer bedeutet

Lünen ist der Sitz der DG Deutsche Gutachten AG, und die Stadt an der Lippe ist zugleich ein Lehrstück für den Gebäudebestand des nördlichen Ruhrgebiets: Drei Zechen, Preußen, Victoria und Minister Achenbach, haben zwischen 1895 und 1992 die Stadt geprägt und ihr Siedlungen hinterlassen, von der Kolonie Ziethenstraße von 1898 bis zur Gartenstadt in Brambauer. 18 Prozent der Wohngebäude gehören heute privatwirtschaftlichen Unternehmen, mehr als in jeder der 43 großen Städte, die wir sonst betrachten. Für Eigentümer vermieteter Immobilien in Lünen und Umgebung stellt sich die Frage nach der tatsächlichen Nutzungsdauer bei Siedlungshäusern, Wiederaufbauwohnungen und einem Untergrund mit Bergbaugeschichte.

Gebäudebestand Lünen auf einen Blick
  • 17.557 Gebäude mit Wohnraum, 44.015 Wohnungen (Zensus 2022).
  • 57,5 % vor 1970, davon 15,8 % vor 1919 und 29,2 % aus 1950 bis 1969.
  • 66,8 % der Wohnungen vermietet, Leerstandsquote 2,8 %, Nettokaltmiete im Schnitt 5,67 €/m².
  • 18,1 % der Gebäude gehören privatwirtschaftlichen Unternehmen, das Erbe der Werkswohnungen; 13,9 % haben Etagenheizungen.
  • 85.844 Einwohner (31.12.2025), 14 Stadtteile, 117 Baudenkmäler.

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022; Destatis GV-ISys; Denkmalliste der Stadt Lünen. Eigene Berechnung der Anteile.

Lünens Gebäudebestand: Zechensiedlungen und Wiederaufbau

Im Krieg wurden in Lünen mehr als 2.600 Häuser zerstört, die Lippebrücke in der Innenstadt sprengten deutsche Pioniere kurz vor Kriegsende. Was die Stadt heute prägt, ist älter und jünger zugleich: die Kolonien der Zechen aus der Zeit vor 1914 und der Wiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre, als die Zechen Victoria und Minister Achenbach ihre höchsten Belegschaften hatten.

Zum Stichtag des Zensus 2022 stammten 15,8 Prozent der 17.557 Lüner Gebäude mit Wohnraum aus der Zeit vor 1919, mehr als im Bundesdurchschnitt und mehr als in Dortmund (12,3 Prozent). Weitere 12,5 Prozent entstanden 1919 bis 1949. Die Jahre 1950 bis 1969 stellen 29,2 Prozent, nach dem Zensus-Gitter 12,3 Prozent aus 1949 bis 1957 und 13,7 Prozent aus 1958 bis 1968. Nach 1990 wurde in Lünen vergleichsweise viel gebaut: 18,5 Prozent der Gebäude stammen aus 1990 bis 2009, darunter die Einfamilienhausgebiete am Rand und die Bebauung rund um die Landesgartenschau 1996 in Horstmar.

BaujahrLünenDeutschland
vor 191915,8 %13,1 %
1919 bis 194912,5 %11,8 %
1950 bis 196929,2 %23,4 %
1970 bis 198919,2 %23,1 %
1990 bis 200918,5 %21,1 %
2010 und später4,7 %7,7 %

Anteile an allen Gebäuden mit Wohnraum, Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022. Eigene Berechnung.

Die Eigentümerstruktur ist die eines Bergbaustandorts: 18,1 Prozent der Gebäude gehören privatwirtschaftlichen Wohnungsunternehmen, so viel wie in keiner der 43 Großstädte unserer Reihe, Duisburg kommt auf 12,6 Prozent. Dahinter stehen die ehemaligen Werkswohnungen, die nach dem Ende des Bergbaus an Wohnungsgesellschaften gingen. Privatpersonen besitzen 67,9 Prozent, Genossenschaften 4,7 Prozent. Der Gebäudetyp passt dazu: 16,9 Prozent Doppelhaushälften, 16,6 Prozent gereihte Einfamilienhäuser und 18,6 Prozent kleine Mehrfamilienhäuser mit drei bis sechs Wohnungen. 66,8 Prozent der Wohnungen sind vermietet, die Durchschnittsmiete liegt bei 5,67 Euro je Quadratmeter.

Warum die Frage in Lünen bei Siedlungshaus und Untergrund beginnt

Ein 1898 gebautes Haus der Kolonie Ziethenstraße fällt unter den typisierten AfA-Satz von 2,5 Prozent, also 40 Jahre; bei Erwerb 2026 liefe die Abschreibung bis 2066, dann wäre das Haus 168 Jahre alt. Die Häuser sind massiv gebaut und wurden 1989 von der LEG modernisiert, seit 2004 sind sie einzeln verkauft worden. Ob die tatsächliche Nutzungsdauer kürzer ist, entscheidet sich an der Sanierungsgeschichte seither und am Denkmalschutz, der Fassaden, Dächer und Fenster bindet. Ein 1958 errichtetes Mehrfamilienhaus in Lünen-Süd wird mit 2 Prozent bis 2076 abgeschrieben; hier geht es um bauzeitliche Haustechnik, Fenster, Balkone und Decken, und bei 13,9 Prozent Gebäuden mit Etagenheizung oft um eine Zentralheizung, die nie nachgerüstet wurde.

Dazu kommt der Untergrund. Bergschäden treten nach Angaben der Stadt vor allem in den südlichen Stadtteilen auf, wo die Zechen Preußen und Victoria abbauten; die Schächte der Zeche Preußen wurden 1929 nur abgedeckt, nicht verfüllt. Ein Restnutzungsdauer-Gutachten würdigt das nicht nach der Lage auf der Karte, sondern nach dem dokumentierten Zustand: gemeldete und regulierte Bergschäden, Risse, Setzungen, Kellerabdichtung. Ein Restnutzungsdauergutachten in Lünen arbeitet deshalb mit Bauakte, Modernisierungsnachweisen und, wo vorhanden, der Bergschadensakte.

  • Prüfhinweise: bauzeitliche Haustechnik und Etagenheizungen der 1950er und 1960er Jahre, dokumentierte Bergschäden, Denkmalstatus oder Lage in einer Erhaltungs- oder Denkmalbereichssatzung, nie erneuerte Dachstühle und Leitungen in den Kolonien.
  • Gegenhinweise: dokumentierte Modernisierung von Dach, Fenstern, Heizung und Leitungen, regulierte und sanierte Bergschäden, Neubau der 1990er Jahre und später.

14 Stadtteile, drei Bestandstypen

Lünen gliedert sich seit 2004 in 14 Stadtteile, die zugleich statistische Bezirke sind. Für drei davon liegen uns Gitterauswertungen nach Stadtteilgrenzen vor; die übrigen Typen beschreiben wir nach Siedlungsgeschichte und Denkmalliste:

Zechen-Süden

Lünen-Süd, Horstmar, Gahmen

Die Stadtteile um die Zechen Preußen und Victoria: In Horstmar stammen 22 Prozent der Gebäude aus der Zeit vor 1919 und 28 Prozent aus 1949 bis 1968, dazu 19 Prozent nach 1995 rund um das Gartenschaugelände. In Lünen-Süd liegen die Kolonie Ziethenstraße und die Preußen-Kolonien. Bergschäden treten vor allem hier auf.

Innenstadt und Siedlungen

Lünen-Mitte, Geistviertel, Osterfeld, Lünen-Nord

Wiederaufbau um die zerstörte Innenstadt und Siedlungen der Zwischenkriegszeit: In Osterfeld stammen 30 Prozent der Gebäude aus 1919 bis 1948 und 26 Prozent aus 1949 bis 1968. Der Mehrfamilienhausanteil liegt hier mit 16 bis 19 Prozent am höchsten.

Brambauer und die Ränder

Brambauer, Alstedde, Niederaden, Wethmar, Beckinghausen

Brambauer wuchs mit der Zeche Minister Achenbach ab 1900 und hat mit Alter und Neuer Kolonie die größten Siedlungsbestände; in Niederaden stammen 25 Prozent der Gebäude aus 1984 bis 1994, der Typ der Einfamilienhausgebiete am Stadtrand und im Münsterland-Übergang.

Eigene Auswertung des Zensus-2022-Gitters (100 m) nach Stadtteilgrenzen aus OpenStreetMap für Horstmar, Osterfeld und Niederaden; für die übrigen Stadtteile liegen keine Grenzen vor. Die Gitterauswertung erfasst 98 Prozent der Gebäude der Gemeindetabelle.

Die Stadtteilzahlen zeigen, wo welche Fragen häufig sind, nicht, wie lang die Restnutzungsdauer einer bestimmten Immobilie ist.

Lokale Besonderheiten: drei Zechen, ihre Kolonien, das Ende

Preußen, Victoria, Minister Achenbach

Die Zeche Preußen in Gahmen und Horstmar förderte ab 1895 und wurde 1925 beziehungsweise am 30. Juni 1929 stillgelegt; die Zeche Victoria förderte von 1910 bis 1964, mit 4.175 Beschäftigten im Jahr 1956. Minister Achenbach in Brambauer ging 1900 in Betrieb, hatte 1955 mit 6.615 Beschäftigten ihren Höchststand und fuhr am 30. Juni 1992 die letzte Schicht. Auf ihrem Gelände eröffnete 1995 das Technologiezentrum LÜNTEC mit dem Colani-Ei auf dem alten Fördergerüst. Die Bauten der 1950er Jahre, die 29 Prozent des Bestands stellen, entstanden in den Jahren dieser Höchstbelegschaften.

Kolonien als Denkmäler

Die Kolonie Ziethenstraße in Lünen-Süd baute die Harpener Bergbau AG 1898 für die Bergleute der Zeche Preußen: 52 gleichartige Backsteinhäuser, seit dem 2. Juni 1986 Baudenkmal. Die Victoriakolonie an Münsterstraße, Barbarastraße und Knappenweg steht seit 1992 in der Denkmalliste, für die Neue Kolonie am Wevelsbacher Weg gilt seit 1994 eine Denkmalbereichssatzung, die Siedlungsgrundriss, Straßennetz und Stellung der Baukörper schützt. Für die Bergarbeitersiedlung an der Querstraße in Horstmar hat der Rat 2017 eine Erhaltungssatzung beschlossen. Die Stadt zählt 117 Baudenkmäler. Wer in diesen Siedlungen eine Immobilie vermietet, besitzt ein Gebäude, dessen Anpassung rechtlich gebunden ist, eine Einflussgröße, die ein Gutachten würdigt.

Lünen als Standort der DG Deutsche Gutachten AG

Die DG Deutsche Gutachten AG hat ihren Sitz an der Dortmunder Straße 5 in Lünen, am nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets und am Übergang zum Münsterland. Dortmund grenzt im Süden direkt an, Münster liegt rund 50 Kilometer nördlich; die Bahnstrecke Dortmund–Gronau hält seit 1875 in Lünen. Für Eigentümer in Lünen, im Kreis Unna und im nördlichen Ruhrgebiet heißt das kurze Wege für die Besichtigung, die zu jedem Gutachten gehört. Eine Niederlassung außerhalb Lünens unterhält die Gesellschaft nicht.

Restnutzungsdauer-Gutachten in Lünen anfragen: So bereiten Sie sich vor

  • Stadtteil, Objektart (Siedlungshaus, Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus), Zahl der Wohnungen, Nutzung (vermietet, teilweise vermietet, betrieblich)
  • Baujahr und Anschaffungszeitpunkt; bei Kolonie-Häusern der Hinweis, ob das Gebäude vor 1925 fertiggestellt wurde, und der Denkmal- oder Satzungsstatus
  • Bergbau: Bergschadensmeldungen, Regulierungen durch die RAG, Hinweise auf Setzungen oder Risse, soweit vorhanden
  • Modernisierungen mit Jahr und Umfang: Dach, Fassade, Fenster, Heizung (Zentral- oder Etagenheizung), Leitungen, Balkone
  • bekannte Schäden, Feuchte; Fotos von außen, Keller, Dachboden, Technikraum

Zu jedem Gutachten gehört eine Besichtigung durch den Sachverständigen; Termin und Unterlagen stimmen wir vor der Beauftragung mit Ihnen ab. Den Weg zum Restnutzungsdauer-Gutachten beschreibt die Seite Ablauf und Unterlagen, die Kostenlogik die Seite Kosten und Wirtschaftlichkeit. Wer wir sind, steht unter Über uns.

Restnutzungsdauer und AfA: der steuerliche Rahmen in Kürze

Für Wohngebäude mit Fertigstellung vor 1925, also für die Zechenkolonien, gilt ein typisierter AfA-Satz von 2,5 Prozent, für Fertigstellung 1925 bis 2022 von 2 Prozent. Eine kürzere tatsächliche Nutzungsdauer kann nach § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG angesetzt werden, wenn sie unter 40 beziehungsweise 50 Jahren liegt und objektbezogen nachgewiesen wird. Ein qualifiziertes Gutachten muss das Finanzamt berücksichtigen; ob es die Nutzungsdauer übernimmt, prüft es im Einzelfall. Bei Lüner Gebäudewerten lohnt vorab ein Blick auf die Wirtschaftlichkeit: Die zusätzliche jährliche AfA hängt vom Gebäudeanteil der Anschaffungskosten ab. Einzelheiten und eine Modellrechnung finden Sie unter Gebäude-AfA und tatsächliche Nutzungsdauer.

Fragen zum Restnutzungsdauer-Gutachten in Lünen

Für Gebäude mit Fertigstellung vor 1925 gilt der Satz von 2,5 Prozent, also 40 Jahre typisierte Nutzungsdauer. Eine kürzere Nutzungsdauer müsste unter 40 Jahren liegen und hängt davon ab, was seit der LEG-Modernisierung von 1989 an Dach, Leitungen und Decken erneuert wurde. Der Denkmalschutz begrenzt zudem die zulässigen Anpassungen. Welcher Satz gilt, beurteilt Ihr Steuerberater.

Nicht von selbst. Ein Gutachten würdigt die dokumentierten Schäden und deren Regulierung. Risse, Schiefstellungen oder dauerhaft feuchte Keller, die nicht saniert wurden, sind Prüfhinweise; regulierte und sanierte Schäden sind es nicht. Die Bergschadensakte gehört zu den wichtigsten Unterlagen für die erste Einordnung.

Ja. Die Besichtigung durch den Sachverständigen gehört zu jedem Gutachten, unabhängig vom Ort; den Aufwand dafür berücksichtigen wir im Angebot. Für Lünen, den Kreis Unna, Dortmund und das nördliche Ruhrgebiet sind die Wege kurz. Büros in anderen Städten unterhalten wir nicht.

Einen Pauschalpreis nennen wir nicht, weil der Aufwand vom Objekt abhängt: Größe, Unterlagenlage, Komplexität und der Aufwand für die Besichtigung in Lünen. Nach der ersten Einordnung erhalten Sie ein Angebot mit Festpreis für den vereinbarten Umfang. Anfrage und Einordnung sind unverbindlich. Wie Sie die Wirtschaftlichkeit für Ihre Immobilie abschätzen, zeigt die Seite Kosten und Wirtschaftlichkeit.
Quellen und Datenstand
  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung, Regionaltabelle Gebäude und Wohnungen, Stichtag 15.05.2022, Gemeinde Lünen (ARS 059780024024) und Deutschland. © Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2024. Eigene Berechnung der Anteile.
  • Zensus 2022, 100-m-Gitterdaten (Destatis, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0), ausgewertet nach Stadtteilgrenzen aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL), soweit vorhanden. Eigene Berechnung.
  • Statistisches Bundesamt (Destatis), Gemeindeverzeichnis GV-ISys, Bevölkerungsstand 31.12.2025 auf Grundlage des Zensus 2022.
  • Stadt Lünen, Denkmalbereichssatzung Neue Kolonie Wevelsbacher Weg (1994); Rat der Stadt Lünen, Erhaltungssatzung Bergarbeitersiedlung Horstmar/Querstraße (2017); Denkmalliste der Stadt Lünen (Stand September 2024), abgerufen am 20.10.2026.
  • Wikipedia-Artikel Lünen, Zeche Preußen, Zeche Victoria (Lünen), Zeche Minister Achenbach, Siedlung Ziethenstraße, Liste der Baudenkmäler in Lünen, abgerufen am 20.10.2026.
  • Anbieterangaben: Impressum. § 7 Abs. 4 EStG; BFH, Urteile vom 28.07.2021 (IX R 25/19) und 23.01.2024 (IX R 14/23). Einordnung unter Rechtliche Grundlagen.

Alle Zahlen beschreiben den Gebäude- und Wohnungsbestand der Stadt als Ganzes oder ihrer Stadtbezirke. Sie erlauben keine Aussage über die Restnutzungsdauer eines einzelnen Gebäudes. Diese Seite ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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